Wissen · Anflugverfahren

Wie funktioniert ein ILS-Anflug?

ILS ist das Funknavigationsverfahren, mit dem Verkehrsflugzeuge auch bei schlechter Sicht präzise auf einer Bahn landen. Hier erklären wir die Grundlagen so, dass du sie nach dem Lesen verstehst – und im Simulator selbst fliegen kannst.

Was ist ILS?

ILS steht für „Instrument Landing System" und ist das weltweit verbreitetste Präzisionsanflugverfahren. Es liefert dem Flugzeug zwei Funksignale, die zusammen einen unsichtbaren „Schienenstrang" zur Landebahn bilden: einen horizontalen Kurs und einen vertikalen Sinkwinkel.

Localizer und Glideslope

  • Localizer (LOC): seitliche Führung auf die Bahnverlängerung. Der Pilot fliegt Querneigung, bis das Symbol „zentriert" ist.
  • Glideslope (G/S): vertikale Führung auf den Sinkwinkel, in der Regel 3 Grad. Das Symbol zeigt an, ob das Flugzeug zu hoch oder zu tief ist.

Beide Signale werden über die Cockpit-Displays angezeigt. Ist alles zentriert, folgt das Flugzeug einem stabilen Profil bis kurz vor die Bahn.

Die Phasen eines ILS-Anflugs

  1. Initial Approach: Anflug an den Localizer aus seitlicher Richtung („intercept").
  2. Final Approach: Localizer eingefangen, Glideslope erreicht, Sinkflug beginnt.
  3. Decision Height (DH): Höhe, in der entschieden wird: Bahn sichtbar → landen, sonst Go-Around.
  4. Landing oder Missed Approach: entweder kontrollierte Landung oder Durchstarten nach Standardverfahren.

CAT I, CAT II und CAT III

Je nach Sichtweite und Ausstattung von Flughafen und Flugzeug gibt es verschiedene ILS-Kategorien:

  • CAT I: Decision Height ca. 200 ft, Sichtweite ca. 550 m. Standard.
  • CAT II: ca. 100 ft, deutlich geringere Sichtweite. Höhere Anforderungen an Cockpit-Crew und Bahn.
  • CAT III: Bis zur automatischen Landung möglich, teils ohne Sicht („Autoland"). Nur mit zertifiziertem Equipment und Training.

Wie übt man ILS im A320 Simulator?

Im A320 Flugsimulator in Mainz kannst du ILS-Anflüge gezielt üben: Localizer- und Glideslope-Capture, Stabilisation auf 1000 ft, Sinkrate, Speed-Management und Landung. Wer es strukturierter angeht, fliegt mehrere Anflüge hintereinander auf denselben oder verschiedene Flughäfen – inklusive Go-Around-Übungen, weil ein durchgeführter Fehlanflug zur Standardprozedur gehört.

Typische Fehler, die wir im Simulator sehen

  • Localizer wird zu spät eingefangen, Flugzeug überschwingt
  • Glideslope wird zu früh aktiviert – das Flugzeug sinkt vorzeitig
  • Speed bei Capture zu hoch, Konfiguration kommt nicht hinterher
  • Decision-Height-Logik wird nicht klar entschieden

All das ist trainierbar – und genau das macht eine Long-Flight-Session interessant: mehrere Anflüge, klares Briefing, Wiederholung.

ILS-Training im A320 Cockpit

Ideal als Vorbereitung für VATSIM/IVAO oder als ehrliches Erlebnis für Aviation-Fans.

Session buchen Mehr zum A320 lesen